Remote Work meets Reality – 3 Dinge über die digitale Nomaden auf Ihren Reisen stolpern

Vermutlich hat jeder schon unzählige Berichte und Reiseblogs über die, mittlerweile gar nicht mehr so neue, Verheißung von Remote Work an jedem Ort der Welt gelesen. Oder auch neidisch Instagram Stories von Laptops und Cocktails am Pool bei strahlendem Sonnenschein betrachtet während die Regentropfen ans eigene Fenster klatschen.

Auch wir bei Startluft arbeiten seit vielen Jahren gerne mal remote, wundern uns bei vielen Darstellungen aber doch auch stark über die Romantisierung dieser Vorstellung. In vielen Punkten hat diese rein gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Wir haben also unsere Erfahrungen ausgetauscht und mit anderen remote arbeitenden Freunden und Bekannten gesprochen. Das Ergebnis sind die drei größten Stolpersteine und Tipps wie Ihr sie aus dem weg räumen könnt.

 

Ablenkung

Egal wo man remote arbeitet, die Gefahr der Ablenkung lauert überall. Zuhause geht man nochmal schnell in die Küche, räumt hier nochmal kurz auf oder nimmt ein Privatgespräch an, das man im Büro wohl eher weggedrückt hätte. Schlimmer wird es, wenn der Plan war tagsüber zu arbeiten und zwischendurch Surfen zu gehen. Gerade heute sind aber die Wellen top, wer weiß ob das morgen auch noch so ist.

Die Situationen sind endlos und das Potential den Fokus zu verlieren exponentiell höher als im Büro mit Kollegen, die wirklich sehen was man tut.

 

Infrastruktur

Arbeiten in der Sonne hört sich super an – in der Realität blendet Sie Euch in den Bildschirm und nervt, statt zu motivieren. Oder ihr findet keine Steckdose und müsst den Platz schneller wechseln als geplant.

Wer das erste Mal außerhalb des Büros arbeitet wird schnell feststellen, dass es auch die vielen kleinen Dinge sind, die die tägliche Produktivität massiv beeinträchtigen können. Man arbeitet zwar an seinem Wunschort, aber dafür doppelt so lange. So ist der Worstcase ein Problem mit dem Internet. Aber auch nicht funktionierende Drucker oder fehlende Büromaterialien können den Tagesablauf massiv stören. Man beschäftigt sich plötzlich mit Dingen, über die man zuvor gar nicht nachgedacht hat.

 

Menschen

Wie die bisherigen Punkte auch, ist dieser stark abhängig davon, welcher Art von Arbeit Ihr remote nachgehen wollt. Meist merkt man erst nach einiger Zeit wie wichtig die Menschen sind, mit denen man Probleme teilen kann. Natürlich gibt es Telefone, aber lohnt es sich bei einer Kleinigkeit direkt anzurufen? Meist versucht man selbst erst mal das Problem zu lösen bis man merkt, dass ein Sparringspartner sehr hilfreich wäre. Ob man diesen dann auch zeitnah erreicht ist das nächste Problem.

Je nach Job und Level ist insbesondere auch der Flurfunk sehr wichtig für den eigenen Job. Wer wichtige Entscheidungen erst Tage später über den offiziellen Weg mitbekommt arbeitet womöglich lange an den falschen Prioritäten.

Und nicht zuletzt ist auch das soziale Umfeld je nach Charakter essenziell. Mit einem Kollegen, über den Chef sich auszulassen, kann Wunder für die eigene Psyche wirken, statt alles mit sich selbst ausmachen zu müssen.

Am allerwichtigsten ist aus unserer Sicht aber: Wenn Ihr ein Start-up gründen möchtet oder gerade eines aufbaut, müsst Ihr alle zusammen an einem Ort arbeiten. Nur so erreicht Ihr einen Teamspirit, der Euch die extra Meile gehen lässt und der Euch über die schlechten Zeiten hinweg hilft. Die Erfolgschancen Eures Projekts nehmen speziell zu Beginn rapide ab, wenn Ihr örtlich getrennt seid. Das gilt für Mitgründer, wie für Angestellte.

 

Fazit und Tipps zu Remote Work

Es gibt Jobs die eigenen sich besser als andere für Remote Work und das Gleiche gilt für menschliche Charaktere. Einige bekommen das sehr gut gemanagt – oft bringen diese allerdings meist von Beginn an eine gewisse Disziplin mit. Versuchen diese Disziplin unter den erschwerten Bedingungen sich erst anzueignen ist oft ein sinnloses Unterfangen. Wer es trotz allem für sich den Traum eines digitalen Nomaden erfüllen möchte, für den haben wir folgende Tipps:

  • Erstellt Euch strikte Zeitpläne mit definierten Zielen – Mindestens für einen Monat im Voraus und dann runtergebrochen auf Tage.
  • Kommuniziert diese Zeitpläne vorab, so dass Ihr den Druck auf Euch selbst etwas erhöht.
  • Nehmt Euch speziell zu Beginn nicht zu viel vor. Wer direkt seine Ziele nicht erfüllt ist frustriert und läuft Gefahr das Planen schnell einzustellen.
  • Wenn möglich plant regelmäßige Office-Tage ein in denen Ihr Euch mit den Kollegen austauschen könnt und Euer Netzwerk pflegt.
  • Sucht Euch ein Shared Office egal, ob in Eurer Heimatstadt oder an Eurer Wunschlocation. Investiert hier etwas Zeit bei der Suche, es gibt gute und günstige Alternativen zu den großen Anbietern, wie beispielsweise das Quartier 86 in Hamburg. Auch wenn die Leute dort nicht in Eurem Projekt mitarbeiten ist es doch einfacher morgens pünktlich anzufangen oder abends länger zu sitzen. Und Ihr müsst insbesondere selbst weniger Arbeit für Infrastruktur aufwenden.